Inktober 2017: Ein Weg aus Tinte

Der Inktober ist zu Ende und mit ihm eine Aufgabe, der ich mich gern gestellt habe. Ich blicke nun auf einen Stapel Zeichnungen und einen Monat voller kleiner, tierischer Momentaufnahmen.

 

Eigentlich fangen Geschichten nicht in der Mitte an. Doch der Tag, der für mich besonders bezeichnend war für alles, was meinen ersten Inktober ausmacht, ist nicht unbedingt der erste. Tag 22: „Trail“ lautet das Thema. Bald schießen mir wild Gedanken durch den Kopf: Der Weg. Ein Weg, der gegangen werden muss. Der Weg ist zum gehen da. Er kann beschwerlich sein, steinig, aber lohnenswert.

So ist es auch mit dem Zeichnen. Nicht immer gelingt alles nach Wunsch. Bilder sind im Kopf da, aber nicht wie gedacht dann später auf dem Papier. Striche wollen sich auch nach dem gefühlt hundertsten Ansatz  nicht so zusammenfügen, wie es sein soll. Zweifel kommen auf und eine Unzufriedenheit mit sich selbst und der eigenen Arbeit können sich breit machen. Doch dann sind da die anderen Momente. Ideen fliegen ebenso schnell auf das Papier, wie sie im Kopf entstanden sind. Man betrachtet die fertige Zeichnung und ist froh über das Geleistete, über kleine Fortschritte, diesen Schatten oder jene Kontur. Es waren Tage voll solcher Momente. Mit Bildern, die scheinbar nur darauf warteten gezeichnet zu werden oder Motiven, die mich nicht loslassen wollten. Selten war ich wirklich zufrieden, am Ende aber dennoch froh.

Der Inktober als Art-Challenge wurde von Illustrator und Comiczeichner Jake Parker gestartet und vereint nun Künstler weltweit. Er bringt auf den Punkt, worum es dabei geht: „INKtober is about growing and improving and forming positive habits […]“ Wachsen. Verbessern. Positive Angewohnheiten entwickeln.
Der Monat, in dem sich alles darum dreht, Zeichnungen mit Inkpens und Tusche anzufertigen, soll Künstler zum täglichen Kreieren animieren. Regelmäßiges Üben hilft nicht nur dabei Techniken zu verbessern. Es zeigt den Weg zum ganz eigenen, persönlichen Schaffen. Wo will ich hin? Was sind meine Stolpersteine? Was fasziniert und interessiert mich?

 

Dabei regt der Inktober ungemein die eigene Fantasie an. Ich habe mich dazu entschieden, die offizielle Liste mit einem Zweit-Thema zu verbinden. Tiere sollten es sein. Das war es, wozu ich mich spontan hingezogen fühlte, was ich für diesen Monat erforschen wollte. Durch die zwei Eckpunkte – der tägliche Begriff und das Thema Tiere – habe ich mir einen Anlass zu künstlerischen Kombinationen geschaffen – manchmal wild, manchmal naheliegend. Zwar habe ich keine komplizierten Geschichten oder Charaktere entworfen, aber die Synapsen sprangen an und ich hatte meist viel Spaß dabei.
Ich habe auch Dinge gelernt. Wusstet ihr, dass das lustige kreisrunde Gebilde auf einem Seeigel keinesfalls sein Auge ist? Es ist der Hintern. Mein Seeigel hat dann trotzdem Augen bekommen – der Anschaulichkeit halber.

Am Ende ist mein Inktober nicht ganz vollständig, da ich zwischenzeitlich im Urlaub war. Dennoch war es eine lohnenswerte Erfahrung, die mich ein Stück weiter gebracht hat auf der Suche nach meinem Ausdruck. Der Weg wurde also gegangen und nun stehe ich oben. Nicht auf einem Berg, aber zumindest auf einem kleinen Hügel von dem aus ich meine nächsten Ziele erkennen kann.

 

 

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